Energie sparen im Alltag: fünf oft übersehene Tipps für den Haushalt
Energie sparen beginnt nicht immer beim Lichtschalter. Häufig entstehen die höheren Kosten durch Geräte, die unauffällig über viele Stunden laufen oder stärker eingestellt sind als nötig. Die folgenden Maßnahmen setzen deshalb nicht auf Verzicht, sondern auf Stellen, an denen tatsächlich Energie verloren geht.
SUSTAINABILITY
8/1/20262 min lesen
Elektrische Zusatzheizungen nicht nebenbei laufen lassen
Elektrische Handtuchheizkörper, Heizmatten oder Fußbodenheizungen im Bad wirken oft harmlos. Durch ihre lange Laufzeit können sie jedoch erhebliche Kosten verursachen. Ein Gerät mit 500 Watt, das täglich sechs Stunden eingeschaltet ist, verbraucht im Jahr rund 1.095 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 37 Cent sind das etwa 405 Euro. Wird die Laufzeit per Zeitschaltuhr auf zwei Stunden begrenzt, sinken die Kosten im Rechenbeispiel auf rund 135 Euro – eine Ersparnis von etwa 270 Euro pro Jahr.
Nicht nur auf Stand-by achten, sondern auf Netzwerkbereitschaft
Bei modernen Geräten ist das kleine Stand-by-Lämpchen oft nicht das eigentliche Problem. Spielekonsolen, Smart-Speaker, Receiver und andere vernetzte Geräte bleiben teilweise im Hintergrund aktiv. Die übliche EU-Grenze von 0,5 Watt für den Bereitschaftsmodus gilt nicht ohne Weiteres für netzwerkfähige Geräte. Deshalb lohnt sich eine Messsteckdose: Eine unbemerkte Dauerleistung von zehn Watt summiert sich auf rund 88 Kilowattstunden beziehungsweise 32 Euro im Jahr.
Kühltemperaturen mit einem Thermometer prüfen
Die Stellung des Drehreglers sagt wenig über die tatsächliche Temperatur aus. Im oberen Kühlschrankfach reichen in der Regel sieben Grad Celsius. Jedes Grad weniger erhöht den Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um etwa sechs Prozent. Wer seinen Kühlschrank von fünf auf sieben Grad korrigiert, kann dessen Verbrauch grob um zehn bis zwölf Prozent reduzieren. Bei einem Jahresverbrauch von 150 bis 200 Kilowattstunden entspricht das ungefähr sechs bis neun Euro. Eine einen Zentimeter dicke Eisschicht im Gefrierfach erhöht den Verbrauch zusätzlich um zehn bis 15 Prozent. Bei 200 Kilowattstunden können durch Abtauen weitere sieben bis elf Euro pro Jahr eingespart werden.
Den zweiten Kühlschrank kritisch prüfen
Der alte Kühlschrank im Keller wird häufig nur für Getränke, Feiern oder wenige Lebensmittel genutzt, läuft aber das gesamte Jahr. Nach Angaben des Umweltbundesamtes liegen die Stromkosten eines Kühlschranks je nach Modell und Alter bei etwa 20 bis 80 Euro jährlich. Wird das Zusatzgerät nur selten gebraucht, ist vollständiges Abschalten meist sinnvoller als ein dauerhaft fast leerer Betrieb.
Freiliegende Heizungsrohre dämmen
In Kellern und unbeheizten Nebenräumen geben ungedämmte Heizungsrohre einen Teil ihrer Wärme ab, bevor sie die Wohnräume erreicht. Rohrschalen aus dem Baumarkt lassen sich bei gut zugänglichen Leitungen meist mit überschaubarem Aufwand anbringen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale können dadurch pro Meter Rohr bis zu 20 Euro im Jahr eingespart werden. Bei fünf Metern ungedämmter Leitung sind damit rechnerisch bis zu 100 Euro jährlich möglich; die Maßnahme kann sich bereits innerhalb des ersten Jahres amortisieren. In Mietobjekten sollte die Umsetzung vorher mit der Vermietung abgestimmt werden.
Keine einzelne Maßnahme verändert die Haushaltsrechnung grundlegend. Treffen jedoch mehrere dieser Fälle zusammen, können sich die Einsparungen auf einige Hundert Euro im Jahr summieren. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele allgemeine Spartipps zu kennen, sondern die tatsächlichen Dauerverbraucher im eigenen Haushalt zu erkennen.
Die Euroangaben sind gerundete Rechenbeispiele. Grundlage ist ein durchschnittlicher Haushaltsstrompreis von 37 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2026. Der tatsächliche Betrag hängt vom Tarif, vom Gerät und von der Nutzungsdauer ab.
Quellen: BDEW-Strompreisanalyse 2026; Verbraucherzentrale: „Strom sparen im Haushalt“, „So finden Sie den passenden Kühlschrank“ und „Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen“; Umweltbundesamt: „Kühlschrank: Mit kleinen Tipps unnötigen Stromverbrauch vermeiden“.

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